Masterplan Mobilität für Hannover

Mobilität ist der entscheidende Faktor für die Entwicklung unserer Stadt. Dabei steht außer Frage, dass die Verkehrskonzepte in Hannover nicht nur leistungsfähiger, sondern auch klimafreundlicher werden müssen, ohne die Attraktivität der Innenstadt zu beeinträchtigen. Um das zu erreichen, brauchen wir keine Verbote, sondern eine Gesamtstrategie aus intelligenter Verkehrssteuerung, Anreizen und gezielten Investitionen, die darauf ausgerichtet sind, emissionsarme Mobilität attraktiver zu machen.

Massive Erhöhung der Investitionen in die Radwegeinfrastruktur: Die jährlichen Investitionen in das Radwegenetz möchte ich von fünf auf 15 Millionen Euro verdreifachen. Die Infrastruktur muss sich spürbar verbessern und sicherer werden, damit die Menschen in Hannover gerne Fahrrad fahren. Dazu gehören auch mehr überdachte Fahrradstellplätze, ein automatisiertes Fahrradparkhaus für die City und Service-Säulen für kleinere Reparaturen und zum Aufpumpen der Reifen. 

 

Aus- und Neubau von Stadtbahnlinien und ein attraktives Preissystem für den ÖPNV: Die Wasserstadt Limmer und die neue MHH müssen durch eine neue Stadtbahnlinie an das bestehende Netz der Stadtbahn Hannover angeschlossen werden. Es ist zu prüfen, ob andere Neubaugebiete durch Verlängerungen einzelner Stadtbahnlinien attraktiv an das ÖPNV-Netz angeschlossen werden können. So werden weitere neue Nutzer gewonnen, die bei Stadtfahrten auf das Auto verzichten. 

Der ÖPNV muss auch finanziell attraktiver werden, beispielsweise durch die Förderung von Job-Tickets für hannoversche Unternehmen, ein übersichtlicheres Preissystem und Vergünstigungen 

 

Intelligente Verkehrssteuerung und Ausbau sinnvoller Alternativen zum individuellen Autoverkehr: Hannovers Verkehr braucht keine Fahrverbote, sondern eine intelligente Steuerung, um Staus in den Hauptverkehrszeiten zu reduzieren und Alternativen zum Autoverkehr zu entwickeln. Park and Ride gelingt nur bei einem klaren Kostenvorteil gegenüber dem Parken in der Innenstadt in Kombination mit der Errichtung von großen P&R-Stationen an den vier Haupteinfallachsen mit Umstieg auf Stadtbahn, Fahrrad oder E-Auto.

Wir brauchen eine Überwachung des Verkehrs in Echtzeit, um Ampelschaltungen bei Bedarf kurzfristig anzupassen. Die Grüne Welle für den Auto- und Radverkehr ist machbar. Auch ein modernes Parkleitsystem gehört zu den notwendigen Maßnahmen. Zugleich müssen Alternativen und Ergänzungen zum motorisierten Individualverkehr ausgebaut werden.

Car-Sharing und -Pooling-Angebote sowie Sammel-Garagen sind in anderen Großstädten längst ein Erfolg – in Hannover braucht es mehr Förderung. 

 

Elektromobilität und digitale Mobilitäts-Plattformen ausbauen: Elektromobilität als die lokal beste Lösung zur Reduktion von Emissionen kann die prognostizierten Wachstumsraten in Hannover nur realisieren, wenn die Stadt eine flächendeckende Ladeinfrastruktur mit sauberem Strom auf den Weg bringt.

Erforderliche Maßnahmen sind die Erleichterung des Ausbaus privater Ladeinfrastruktur, die Förderung der Ladeinfrastruktur im Einzelhandel und die Reduzierung bestehender Hemmnisse. Auch bei digitalen Angeboten zur Vernetzung liegt Hannover weit hinter modernen Städten zurück. Es müssen digitale Angebote wie Apps für Mietauto, Taxi, Stadtbahn, Parktickets und -Reservierung umgesetzt werden, um den Service und damit die Attraktivität der Alternativen zum individuellen Autoverkehr zu erhöhen.